Rückblicke 2026
Samstag, 9. Mai: „Radtour zum Straubinger Hafen“
Um 8 Uhr 30 starteten12 Radler, bei noch recht niedrigen Morgen-Temperaturen, zum Donau-Regen Radweg in Richtung Hunderdorf – Hafner Brücke – Hafen Straubing. Drei weitere Teilnehmer stießen unterwegs zur Gruppe hinzu.
Pünktlich um 10 Uhr erreichten wir die Hafenmeisterei. Die Hafenführung begann Herr Siegert mit einem Überblick zur Geschichte des Hafens, zu seiner trimodalen Verkehrsanbindung – Wasser, Straße, Bahn – und zum Frachtaufkommen über die einzelnen Verkehrswege. Wir erfuhren von der Verschiebung der Frachtströme zwischen den einzelnen Sparten, infolge der niedrigen Donau-Wasserstände in den vergangenen Jahren. Auch der Ukraine Krieg würde sich bemerkbar machen.
Der Güterumschlag per Schiff und per Bahn liegt gegenwärtig bei jeweils über 500.000 to/Jahr, mit einer Verschiebung in Richtung Bahn, während 75 % oder 3,4 Mio. to/Jahr auf den LKW entfallen.
Nach der Einführung befuhren wir die Kaianlagen. Wir erhielten Informationen zu den Hafen-Ausrüstungen und den einzelnen Funktionsbereiche der Kaianlagen. Gegenwärtig wird eine Schwerlast-Halbinsel mit fest installiertem Schwerlastkran in das Hafenbecken gebaut. Dadurch wird es möglich, zukünftig schwere Lasten auf Schiffe oder von Schiffen zu verladen, ohne den Bahnverkehr auf er Kaianlage zu behindern.
Wir verließen den direkten Hafenbereich, schwenkten auf den Europaring ein und umrundeten das Industriegebiet. Herr Siegert erläuterte uns bei vielen Zwischenstopps die links und rechts liegenden Firmen, Forschungseinrichtungen und Bauprojekte. Er machte uns auf den großen Anteil an Grünflächen und Naturschutzbereiche aufmerksam. Wir stellten fest, dass der Straubinger Hafen eigentlich ein Industriegebiet mit angeschlossenem Donauhafen ist und sich dadurch von anderen Donauhäfen unterscheidet.
Nach mehr als 1 ½ Stunden beendeten wir die sehr interessante Exkursion und fuhren entlang der Donau weiter in Richtung Straubing, zum vorbestellten Mittagessen ins Navareum-Bistro. Von Straubing aus gelangten wir über Reibersdorf, Muckenwinkling, Trudendorf, gegen 15 Uhr, nach 55 km, zurück nach Mitterfels.
Begleitung: Günter Metzger
Sonntag, 26. April: „Besichtigung des restaurierten Eiskellers in Haunkenzell“
Den mehr als 30 Teilnehmern an der Besichtigung stellte Herr Kienberger, der örtliche Heimatpfleger, den restaurierten Eiskeller der ehemaligen Brauerei in Haunkenzell vor. Der Bau solcher Anlagen wurde im 19. Jh. erforderlich, um das damals aus Böhmen neu eingeführte, in der Herstellung und Lagerung temperaturempfindliche „untergärige Bier“ auch in den Sommermonaten brauen und lagern zu können. Man gewann aus speziell dafür angelegten Weihern im Winter Eisblöcke und lagerte diese in den dafür erbauten Eiskellern. Damit konnten bis in den Frühherbst hinein, die für den Herstell- und Lagerprozess des untergäringen Bieres erforderlichen niederen Temperaturen, bereitgestellt werden.
Nach der Einführung durch Herrn Kienberger konnten die Räume des Gebäudes besichtigt werden.
Mit einer kleinen Wanderung ließen einiger Teilnehmer den interessanten Nachmittag ausklingen.
Begleitung: Otmar Kernbichl und Albert Bogner
Sonntag, 12. April: „Wanderauftakt rund um Mitterfels“
Um 13 Uhr starteten wir in Mitterfels in der Lindenstraße. Über das alte Waldbad wanderten wir Menach aufwärts, an Hinterbuchberg vorbei, Richtung Kögl. Am höchsten Punkt oberhalb von Kögel verweilten wir und ließen unsere Blicke in die nähere und weitere Umgebung schweifen. Wir durchquerten den Weiler Kögl und wanderten über einen Wiesenweg ins Tal hinab. Aufwärts ging es entlang einer mit Schlüsselblumen übersäten Wiese in Richtung Zielwanderweg 2 nach Vorderbucberg und durch das Perlbach- (Menach-)Tal zurück nach Mitterfels
Begleitung: Heinrich Stenzel
Donnerstag, 26. März 2026: „Hauptversammlung mit Neuwahlen“
Zur Hauptversammlung im Gasthaus Gürster in Mitterfels erschienen 30 Mitglieder in allen Altersstufen. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Matthias Bscheid, dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Sektionsmitgliedern und dem Überblick über das abgelaufene Vereinsjahr 2025, folgte der Bericht der Kassiererin Elisabeth Weber, mit anschließendem Bericht der Kassenprüfung. Unter der Leitung des 2. Bürgermeisters Konrad Feldmeier wurde der Vorstand entlastet und die Neuwahl des Vorstandes durchgeführt. Bis auf das Ausscheiden der Beisitzerin Birgit Mühlbauer, kamen es zu keinen Änderungen in der Vorstandschaft.
Nach der Vorstellung des Jahresprogramms 2026 durch den zweiten Vorsitzenden Otmar Kernbichl und dem Schlusswort, wurde der Jahresrückblich als Dia-Schau gestartet.
Donnerstag, 12. März 2026, „Ein Blick ins Weltall“
„Einblick ins Weltall “ – Astrofotos und Musik von Stefan Lang Mitterfels.
Der Bayerische Wald-Verein, Sektion Mitterfels, hatte zu einem Vortrag „Einblick ins Weltall“ – Astrofotos und Musik von Stefan Lang eingeladen, und wegen der großen Nachfrage gleich zwei Termine am 12. und am 21. März 2026 angesetzt. Dass dies eine gute Entscheidung war, zeigte sich darin, dass die evangelische Kirche zu beiden Terminen voll besetzt war.
Im ersten Teil des Vortrages berichtete der Mitterfelser Stefan Lang in anschaulicher und kurzweiliger Weise über seine, neben der Musik, große Leidenschaft: die Astrofotografie. Er schilderte seine eher frustrierenden Anfänge und wie dann doch alles noch gut wurde. Lang erläuterte, dass er jetzt für seine Aufnahmen die sogenannten Smartcopes benutzt, die sich unter Astrofotografen großer Beliebtheit erfreuen. Sie stellen eine erhebliche Erleichterung dar, da sie leicht und kompakt sind, sie verkürzen die Aufbauzeit enorm, sind relativ günstig und liefern trotzdem sehr ansprechende Ergebnisse. Er führte das Gerät, das von der Größe her in einen kleinen Koffer passt, kurz vor. Erstaunlich, dass keine Riesen-Teleskope mehr benötigt werden, um solche Aufnahmen zu erreichen, wie sie dann anschließend gezeigt wurden. Die meisten seiner Aufnahmen, so Stefan Lang, habe er in Mitterfels in seinem Garten aufnehmen können. Für ihn sei dieses Hobby, für das man viel Zeit brauche, eine gute Möglichkeit „zum zur Ruhe“ kommen und die Welt mit ihren ganzen Unzulänglichkeiten aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Im zweiten Teil des Abends durften die Besucher eine Premiere erleben! Den Wunsch, seine Astrofotos mit eigener Musik zu vertonen, hat sich Stefan Lang mit der einer entsprechenden Komposition im Dezember 2025 erfüllt und ca. 40 Minuten im heimischen Tonstudio produziert. Ausgerüstet mit Laptop, diversen Synthesizern, Trompete und Flügelhorn erzeugt er dichte, sphärische Klänge, während seine Fotos auf die Leinwand projiziert wurden und dem Publikum einen sehr entspannten und auch spannenden Einblick ins Weltall boten. Die Besucher waren begeistert von dem Zusammenspiel zwischen den eindrucksvollen Aufnahmen der verschiedenen Galaxien, die sich in allen Farben zeigten, und den dazu passenden sphärischen Klängen mit Stefan Lang an der Trompete und Flügelhorn. Die farblich blau und rot ausgeleuchtete Holzkonstruktion im Inneren der evangelischen Kirche verstärkte diese besondere Atmosphäre. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus.
Donnerstag, 19. Februar 2026: „Wald im Wandel“
Vortrag von Forstdirektor a.D. Walter Schubach.
Auf Einladung des Bayerischen Wald-Verein, Sektion Mitterfels, referierte Forstdirektor a.D. Walter Schubach zum Thema „Wald im Wandel“, hierzu hatte sich ein großer Besucherkreis in der evangelischen Kirche in Mitterfels eingefunden. Dieses Interesse zeigt, dass Waldbesitzer derzeit, durch den Klimawandel und dadurch bedingte Trockenheit, Borkenkäfer, Sturmschäden und Waldbrände wirtschaftlich vor bedeutsamen Herausforderungen stehen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Ein globales Waldsterben wird es durch den Klimawandel nicht geben, lediglich die Baumarten werden andere sein. Uneinigkeit besteht dabei über den einzuschlagenden Weg zur Anpassung des Waldes. Forstdirektor Walter Schubach hat diese Problematik in seinem Buch „Wald im Wandel“ aufgegriffen und in seinem Vortrag die Kernaussagen dazu dargestellt und dabei auch unbequeme Wahrheiten angesprochen.
Der Klimawandel sei nicht zu leugnen, so Schubach, bei seinen Ausführungen, Schlechtwetter- und Umweltextreme allein der letzten fünf Jahre (Flutkatastrophen, Waldbrände, Dürren und damit verbundene Austrocknungen, Anstieg der globalen Temperaturen.) seien ein Indiz hierfür. Im Hinblick auf die derzeitigen weltweiten politischen Entwicklungen sei es auch unwahrscheinlich, dass die getroffenen Maßnahmen für die Erderwärmung das 1,5 Grad-Ziel einhalten könnten. Es sei ein Irrum zu glauben, dass der Wald sich von selbst dieser Klimaveränderung anpassen würde, ein Eingreifen für eine dauerhafte Nutzung der Wälder sei unerlässlich.
Walter Schubach findet hierfür Antworten und zeigt einen Weg auf, wie Wälder klimagerecht gestaltet werden können: mit richtigen Baumarten, durchdachten Mischungsformen und klaren Verjüngungszielen. Von der Fichte, die bisher als besonders strapazierfähig galt, müsse man sich wohl bei höheren Wärmegraden mit der Zeit verabschieden, dafür seien z.B. Buchen, Weißtannen, Vogelkirsche, Linden und Eiben Hoffnungsträger. Eine waldgerechte Jagd sei ebenso für einen gelingenden Umbau unerlässlich, durch einen Verbiss durch das Rotwild sei die Entstehung von Mischwald nicht möglich. Wünschenswert wäre es, die verschiedenen Interessenlagen, vor allem im Hinblick auf Abschusszahlen, zwischen Waldbesitzer, Jagdpächter und Jäger zusammenzuführen. Besser regeln könne man dies im Rahmen der sogenannten Eigenbewirtschaftung, bei der der Waldbesitzer selbst entscheiden kann, wie viel Wild zum Wohle des Waldes erlegt werden soll.
Zahlreiche Fotografien von Wäldern und Bäumen sowie Tabellen belegten die informativen Ausführungen von Walter Schubach eindrucksvoll. Mit seinem Buch und seinen Vorträgen möchte er Mut machen, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen für einen naturnahen Waldumbau, es sei ihm ein zentrales Anliegen, unsere Wälder für unsere Kinder und Enkelkinder klimastabil zu gestalten, schloss Walter Schubach seinen interessanten Vortrag.
